Andreas Sander

Per WhatsApp auf Silber angestoßen

Per WhatsApp auf Silber angestoßen

Ski alpin: Ole Ternes von der Gütersloher Agentur livewelt freut sich mit seinem Schützling und Freund Andreas Sander über die überraschende WM-Medaille. „Andi hat es einfach verdient“

„Ich habe gerade lange mit Andi telefoniert. Der kapiert das gerade jetzt erst im Auto auf der Rückfahrt, was passiert ist“, sagt Ole Ternes am frühen Montagnachmittag lachend. Einen Tag zuvor war Andreas Sander (31) bei den Ski-Weltmeisterschaften im italienischen Cortina d’Ampezzo in der Abfahrt völlig überraschend zur Silbermedaille gerast. Für Ole Ternes, der als Chef der Gütersloher Agentur Livewelt den Skirennläufer aus Ennepetal in Sachen Marketing, Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit betreut, war das „ein echter Kracher“, Bundestrainer Wolfgang Maier sprach von einem „absoluten Sensationsergebnis“ und der von allen nur Andi gerufene Andreas Sander selbst freute sich über einen „perfekten Tag“.

Gerne wäre Ole Ternes bei diesem „perfekten Tag“ in Südtirol dabei gewesen. „Ich war für die WM akkreditiert, aber coronabedingt wäre die Anreise wegen des Lockdowns sehr kompliziert gewesen, darum bin ich in Samnaun geblieben“, erzählt der 48-Jährige. Dort in den Schweizer Alpen hatte Ternes ein Trainingswochenende seiner Tochter Grete (14), die zu den besten deutschen Schülerinnen in den technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom gehört, mit einem Kurzurlaub verbunden. Gemeinsam mit Gretes Trainer Konny Punt, der auch schon Sander trainiert hat und ihn heute noch berät, hatte Ternes das Rennen auf einer Bergstation in 2.500 Meter Höhe im TV verfolgt. „Das war sehr spannend und sehr laut. Konny hat die kleinen Fehler, die nur er sieht, immer mit ’Bist du narrisch’ kommentiert und auch viel geschrien. Ich habe erst geschrien, als klar war, dass Andi nur eine Hundertstel langsamer als der spätere Sieger war“, berichtet Ternes.

„Man hat sofort gesehen, dass das eine geile Fahrt von Andi war. Und man hat gesehen, dass er ein brillanter Techniker ist“, sagt Ternes. Dass dem 1,78 Meter großen und 91 Kilo schweren Athleten am Ende ganze 27 Zentimeter auf den Sieg fehlten – geschenkt. Schließlich hatte der 31-Jährige nach eigener Aussage „nie damit gerechnet, eine Medaille zu gewinnen“. „Es wurde langsam aber auch Zeit“, so Ole Ternes trockener Kommentar.

Was der Harsewinkeler damit meint: „Andi ist brutal lange im deutschen Kader, er ist ja auch DSV-Athletensprecher. Aber er stand immer im Schatten eines Neureuthers oder anderen in der zweiten Reihe.“ Dabei sei Sander extrem fleißig und fokussiert: „Andi ist ein richtiges Trainingsschwein und ein fieser Eisenbieger.“ Doch trotz seiner Goldmedaille im Super-G bei der Junioren-WM vor 13 Jahren sowie Platz acht im Super-G und Platz zehn in der Abfahrt bei Olympia 2018 in Südkorea reichte es im Weltcup bis heute nicht für eine Podestplatzierung; drei fünfte Plätze waren hier bis dato die besten Ergebnisse. Ternes: „Andi ist ein herzensguter Mensch. Er hat es jetzt einfach verdient.“

Was auf Andreas Sander nach diesem großen Erfolg zu- kommen könnte, zeigen indes die neuesten Klickzahlen auf seiner Internetseite www.andreas-sander.com, die von livewelt betreut wird. Noch am Samstag gab es 600 Abrufe, am Sonntag waren es dann 100.000. Ternes: „Unser Digitalchef sprach von einer Steigerung um unglaubliche 16.000 Prozent.“ Nicht zu vergessen: Die Präsenz in den Medien: „Als ich Sonntagnachmittag nach Hause gefahren bin, fiel im Radio jede halbe Stunde der Name Andreas Sander. Und abends in der 20-Uhr-Tagesschau auch“, so Ternes. Somit dürfte sich auch auf der Sponsorenseite etwas tun. „Ein Vertreter eines großen Unternehmens hat mir heute schon eine WhatsApp mit dem Satz ’Ah, jetzt weiß ich wer Andreas Sander ist’, geschrieben“, so Ternes, der gerne zugibt, dass es nach der „jahrelangen Arbeit jetzt auch darum geht, ein bisschen was zu verdienen. Wir werden sicher mit unseren Sponsoren und Partnern enger zusammenrücken und auch schauen, was sich Neues ergibt“.

Die Rolle von livewelt beim Gewinn der WM-Medaille sieht Ole Ternes durchaus selbstbewusst: „Auch wir haben sicherlich einen Anteil an diesem Erfolg. Wir haben die Expertise und können auf alles schnell reagieren, wenn es nötig ist“, sagt der 48-Jähri- ge. Man nehme dem Athleten im Hintergrund praktisch alles ab. „Wir bieten Andi ein freundschaftliches Umfeld. Uns verbindet das gleiche Hobby und wir sind 24 Stunden am Tag erreichbar. Letztlich sind wir wie eine Familie.“

Den Gin Tonic, mit dem die beiden Gin-Tonic-Fans Andreas Sander und Ole Ternes nach dem großen Erfolg virtuell per WhatsApp angestoßen haben, hat sich die Familie jedenfalls verdient.

Text: Markus Voss / Neue Westfälische

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